Ich liebe den Duft von Cookies! Und ich kann ihn als Cookie-Weltall-Experte vielleicht 100 Mal besser riechen als alle anderen Wasserschweine, vielleicht sogar 1.000 Mal. Das behaupte ich jetzt einfach mal. Immerhin habe ich Señora Anas frisch gebackene Cookies damals auf der anderen Seite des Orinoco gerochen. Wie weit das genau war, weiß ich nicht. Drei Kilometer bestimmt. Vielleicht auch fünf. Bei Gegenwind sicher sieben. Señora Ana behauptet, der Fluss sei an dieser Stelle gar nicht so breit. Aber sie kann sich auch irren.
Ich muss zugeben: Diego hat ebenfalls eine erstaunliche Cookie-Nase. Er taucht immer genau dann auf, wenn es irgendwo frische Cookies gibt. Mittlerweile manchmal sogar schon vorher. Wie er das macht, habe ich noch nicht herausgefunden. Diego behauptet, es sei Zufall.
Ich glaube ihm kein Wort. Vielleicht hat er einen Cookie-Duft-Detektor? Bei 7.000 Zähnen ist alles möglich, oder?
Aber wie ist das jetzt genau mit dem wunderbaren Duft von Cookies? Los geht's, gehen wir dem mal nach.
Backofen & Cookie-Duft
Sobald der Teig in den Backofen kommt, passiert etwas unglaublich Magisches. Mehl und Eier enthalten winzige Bausteine (Eiweiß), die sich bei großer Hitze verändern und sich mit dem Zucker im Teig verbinden. Dabei entstehen auf einmal hunderte kleine Röst-Duftstoffe, die im Raum herumschwirren. Das ist übrigens auch der Grund, warum frisch gebackenes Brot oder ein Kuchen einen ähnlich warmen Duft haben wie Cookies. Die Wissenschaft nennt das die Maillard-Reaktion. Ich nenn das einfach: den Moment, in dem aus Teig endlich Cookies werden. Und genau diesen Moment rieche ich mit Sicherheit, noch bevor er passiert. Also vielleicht. Gut wohl eher nicht.
Zucker & Cookie-Duft
Und dann ist da noch der Zucker. Der verändert sich beim Backen ziemlich beeindruckend: Durch die Hitze wird er flüssig und braun, und dabei entstehen nun auch noch Karamell-Duftstoffe, die einen unverwechselbaren, süß-nussigen Karamellduft mit in den Raum tragen. Je nachdem, wie lange und wie heiß die Cookies gebacken werden, riecht der Karamellduft unterschiedlich, mal zart-süß, mal intensiv-karamellig. Deshalb duften auch nicht alle Cookies gleich, obwohl fast überall Zucker drin ist. Ich könnte das mit geschlossenen Augen erschnüffeln. Hab ich schon mal gemacht. Mhmmm Cookies! Nun habe ich den Faden verloren. Worüber wollte ich gerade reden?
Nase & Cookie-Duft
Aber was hat die Nase damit zu tun? Was macht sie mit dem Duft? Die Duftstoffe, die beim Cookie-Backen entstehen, sind winzig, so winzig, dass sie einfach durch die Luft schweben können. Mhmmm Cookie-Duft. Das machen sie so lange, bis sie irgendwo landen. Zum Beispiel in der Nase. Dort sitzen tausende kleine Riechzellen, die Duftstoff aufnehmen und sofort ans Gehirn weiterleiten. Das Gehirn denkt sich: Oh, mal sehen, was das ist. Dann vergleicht es die Nachricht von der Nase blitzschnell mit allem, was es schon kennt, und entscheidet dann: Das ist Cookie-Duft! Deshalb weiß man oft schon, dass gleich etwas Gutes aus dem Ofen kommt, bevor man überhaupt etwas sieht. Bei mir dauert dieser Vergleich übrigens besonders kurz. Mein Gehirn hat einfach sehr viele Cookies … äh … Erfahrungen gesammelt. Cookie-Erinnerungen.